Uninformierte Landesregierung tappt bei der Erzieherausbildung im Dunkeln

20. Dezember 2018  Uncategorized

Zu den Antworten auf meine Kleine Anfrage „Kapazitäten und Nachfrage der Erzieher*innenausbildung in Mecklenburg-Vorpommern versus Fachkräftemangel“, Drucksache 7/2736:

Mit sechs Wochen Verspätung und somit leider erst nach Abschluss relevanter Gesetzgebungsverfahren liegen die Antworten der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage vor. Trotz der Beantwortung nunmehr Mitte Dezember kann die Landesregierung keine Aussage darüber treffen, wie viele Schülerinnen und Schüler im aktuellen Ausbildungsgang 2018/2019 die praxisintegrierte Ausbildung zu „Staatlich anerkannten Erzieher*innen für 0- bis 10-Jährige“ vor vier Monaten angetreten haben.

Eben diese unwissende Landesregierung trifft dennoch bei jeder Gelegenheit Aussagen darüber, wie gut die Erzieherausbildung funktioniert und angenommen wird – ins Blaue hinein. Auch weiß die Landesregierung nicht, wie viele Auszubildende des ersten Durchgangs der praxisintegrierten Ausbildung aktuell noch dabei sind und wie viele Schülerinnen und Schüler in den bewährten Ausbildungsgängen der staatlichen und privaten Schulen im letzten Schuljahr ihre Ausbildung abgeschlossen haben.

Damit ist unklar, ob zeitnah überhaupt mehr Erzieher*innen ausgebildet werden und wie der Fachkräftebedarf zukünftig gedeckt werden kann. Eine frühere Abfrage (Landtagsdrucksache 7/2323) zeigte, dass ein Viertel aller Ausbildungsplätze für die praxisintegrierte Ausbildung unbesetzt blieben. Zum aktuellen Zeitpunkt tappt die Landesregierung weiter im Dunkeln.

Zum Fachkräftemangel und dazu, wie viele Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen in M-V tatsächlich fehlen, hat die Landesregierung ebenfalls keine Informationen. Expert*innen schätzen die Lücke in M-V auf mindestens 300 Erzieherinnen und Erzieher. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geht von rund 191.000 fehlenden Fachkräften in den Kitas bis zum Jahr 2025 aus.

Kompensiert wird der Mangel mit dem Aufweichen des Fachkräftegebotes, der Anrechnung von Azubis auf den Fachkräfteschlüssel und dem Einsatz von Assistenzkräften als Fachkräfte. Das spricht eher für Verzweiflung, als für geeignete Lösungen. Die Bedarfssicherstellung sei „Aufgabe der Träger der öffentlichen Jugendhilfe“, redet sich die Landesregierung heraus und schiebt damit ihre Verantwortung ab, für eine aktualisierte Ausbildungsplatzplanung zu sorgen.

Denn die bis 2023 gültige Ausbildungsplatzplanung basiert auf falschen Annahmen, Zahlen und Prognosen und muss dringend nachgebessert werden.

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.



Alle Formularfelder sind erforderlich.







Alle Formularfelder sind erforderlich.

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen