Alleinerziehende häufiger arm – deutlich mehr Unterstützung gefordert

03. August 2018  Uncategorized

„Immer mehr Mütter und Väter in Deutschland ziehen ihren Nachwuchs ohne zweiten Elternteil im eigenen Haushalt groß. Die Familienform ist eine der vielfältigen Familienkonstellationen in unserer Gesellschaft und macht bundesweit einen Anteil von einem Fünftel aller Familien aus. Alleinerziehendenfamilien sind jedoch besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt. Familien mit einem Elternteil haben häufig ein geringeres Haushaltseinkommen als Paarfamilien und sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen oder bedroht. Bundesweit sind 33 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern sogar mehr als 50 Prozent aller Alleinerziehenden armutsgefährdet. Zwei Drittel aller Alleinerziehenden gab an, unerwartete höhere Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln bestreiten zu können.

Gründe und Ursachen gibt es viele. Alleinerziehende haben vergleichsweise schlechtere Chancen und Möglichkeiten der Erwerbsbeteiligung. Laut Studie waren 27 Prozent der Mütter und ca. 20 Prozent der Väter ohne Arbeit. Wird einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, arbeiten mehr als die Hälfte der Alleinerziehenden in Teilzeit. Familien- und Sozialleistungen kommen nur unzureichend bei den Familien an. Viel Geld, welches eigentlich den Familien zugutekommen sollte, versickert im Verwaltungsapparat. Bei Hartz-IV-Familien werden Kindergeld und Unterhaltsvorschuss als zusätzliches Einkommen gewertet und angerechnet. Das ist nicht nur ungerecht, es ist fatal.

Ein wichtiger Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese scheitert teilweise bereits an der fehlenden oder eingeschränkten Möglichkeit der Kinderbetreuung im Wohnumfeld. Denn trotz Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ist dieser noch nicht garantiert.

Um die Situation der Alleinerziehenden deutlich und nachhaltig zu verbessern, müssen umfassende Maßnahmen ineinandergreifen. Passgenaue Unterstützungsangebote für den Zugang zum Arbeitsmarkt, ein flächendeckendes Angebot qualitativ hochwertiger Kindertagesbetreuung und wirksame Familien- und Sozialleistungen sind unerlässlich, um Familien mit einem Elternteil zu unterstützen. Die Schlechterstellung und Sanktionierung von Alleinerziehendenfamilien im Hartz-IV-Bezug muss aufhören. Die Linksfraktion fordert zudem eine eigenständige Kindergrundsicherung für jedes Kind. Zwar wurde im Jahr 2017 der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss durch eine Gesetzesänderung deutlich ausgeweitet, doch muss auch hier der Zugang niedrigschwellig und zügig möglich sein.“

[meine Pressemitteilung zu den aktuellen Ergebnissen der Studie des Statistischen Bundesamtes „Alleinerziehende in Deutschland“]

 

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