Arbeit der Familienhebammen würdigen und Angebote gezielt einsetzen

06. April 2018  Uncategorized

Die Probleme in den Familien werden immer vielschichtiger, die Landesregierung selbst verweist etwa auf die Zunahme von Kindern mit psychisch kranken Eltern sowie Familien, die aus ihrer Heimat flüchten mussten. Vor diesem, aber auch vor dem Hintergrund steigender Geburtenzahlen ist zu bezweifeln, dass die durch Familienhebammen geleisteten Honorarstunden in den Kreisen und kreisfreien Städten ausreichen, die tatsächlichen Bedarfe im Bereich der frühen Hilfen zu decken. Die Landesregierung kann aktuell keine Angaben auf meine Kleine Anfrage „Einsatz von Familienhebammen sowie Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen 2017“ (Drs. 7/1796) zur Anzahl der betreuten Familien machen, geschweige denn zur Gesamtzahl der Familien, die Hilfe und Unterstützung brauchen.

Es ist verantwortungslos, dass es weder im Bund noch im Land verwertbare Erhebungen darüber gibt, und so wirksame Hilfe womöglich ins Leere läuft.

Die Landesregierung muss hier gegen steuern und die Bedarfe vor Ort klären. Nur so können Angebote der gezielt helfen und greifen. Falls erforderlich muss das Land zusätzliche Familienhebammen ausbilden und deren Lage insbesondere bei der Risiko- und Krankenversicherung deutlich verbessern.

Hintergrund: In den Kreisen und kreisfreien Städten wurden 2017 durchschnittlich nicht mehr als 28 Stunden pro Woche an Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen durch Familienhebammen erbracht. In den flächenmäßig größten Landkreisen Ludwigslust-Parchim (LuP) und Mecklenburgische Seenplatte (MSE) wurde mit durchschnittlich 7 bzw. 15 Honorarstunden pro Monat verschwindend geringe Hilfe geleistet – angesichts der über 33 000 Familien in MSE und knapp 28 000 Familien in LuP ist dies ein unhaltbarer Zustand.

Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen und Familien-, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen. Derzeit sind 50 Familienhebammen in M-V aktiv. Sie arbeiten seit 2018 im Bereich der „Frühen Hilfen“ und beraten in der Regel Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren – etwa zur Pflege, Ernährung oder Früherkennungsuntersuchungen (Vgl. Landesfachstelle Familienhebammen in Mecklenburg-Vorpommern, siehe http://www.familienhebammen-in-mv.de).

Die Landesregierung hat die Ausbildung der Familienhebammen komplett zurückgefahren. Wurden im Jahr 2015 noch gut 12 000 Euro und 2016 noch mehr als 15 000 Euro aus Bundesmitteln bereitgestellt, wurde die Ausbildung im Jahr 2017 komplett eingestellt. Ab dem Jahr 2018 stehen 7000 Euro jährlich für die Weiterbildung der Familienhebammen im Rahmen der Qualitätsentwicklung bereit.

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